…und warum die eigene Identität immer Chefinnensache ist.

Ein Rockstar und eine Gründungsgeschichte

Zu wissen wer man ist, was man zu bieten hat und was den Mehrwert der angebotenen Lösungen ausmacht, ist unerlässlich, um selbstbewusst am Markt aufzutreten. Weiß man dann noch, wer genau nach diesen Lösungen sucht, hat man die perfekte Ausgangslage für erfolgreiches Marketing. Man entwickelt ein erstes Gespür dafür, was diese Zielgruppe wirklich braucht, welche Sprache sie spricht und wie man sie erreichen kann. Dann noch erste Tests, indem man potenzielle Kundschaft direkt anspricht und gegebenenfalls nachjustiert und dann kann es losgehen.
Bis hierher klingt das alles vielleicht noch sehr leicht. Ist es aber nicht, und während ich das so schreibe, sehe ich viele meiner Kundinnen wissend lächeln. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ist alles. Nur kein Spaziergang. Was mir für und mit meiner Kundschaft sehr leicht fällt, ist für mich persönlich manchmal auch noch eine Herausforderung. Ein selbst entwickeltes System ist längst kein Garant für den eigenen Erfolg. Zu groß ist die Versuchung, dem Verstand Recht zu geben, es sich leicht zu machen und sich damit selbst zu sabotieren.
Ich weiß sehr genau, wo meine „Pfützen“ sind. Ich weiß, wie man auch mit Gummistiefeln drum herum geht, statt mitten durch den lohnenswerten Teil, in dem all die Möglichkeiten stecken. Ich weiß das alles und ich hole mir Hilfe von Kolleginnen, die mich nicht die Abkürzung nehmen lassen und den Finger draufhalten, solange bis ich durch bin. Ja, es ist kein Spaziergang. Aber der lohnendste Prozess, den man sich nur vorstellen kann. Deshalb möchte ich Dir heute eine Episode aus meiner Gründungsgeschichte erzählen und Dir damit ein paar Hinweise für Deine eigene Positionierung geben.

Ein Rockstar mit Profilschärfe

Vor fünf Jahren, noch vor meiner Gründung, hatte ich ein ganz spezielles Erlebnis. Ich war in Mailand auf einem Konzert von Jovanotti. Er ist einer meiner Jugendhelden und seit mehr als 25 Jahren nicht mehr aus der italienischen RAP- und Rockgeschichte wegzudenken. Damals war es mit ca 13.000 Fans noch ein relativ kleines, familiäres Konzert. Dennoch hatte er Eros Ramazotti, Vasco Rossi und Michael Franti, allesamt internationale Superstars, zu Gast. Mitten im Konzert stellte er sich ganz an die vorderste Kante der Bühne. Ganz nah ans Publikum und schaute sich im Saal um. Sichtlich bewegt von der Menge, die sich nebenbei bemerkt wirklich wie Familie anfühlte, (das können die Italienerinnen einfach), sagte er:

„Es ist so wichtig zu wissen, wer man ist und wofür man da ist. Ich bin hier, um euch zu unterhalten. Das ist meine Aufgabe und ich liebe sie.“

Booom.


Damals war ich noch mitten in der Entscheidungsfindung. Soll ich mich selbstständig machen? Wenn ja, womit? Was kann ich wirklich gut? Was macht mir wirklich Spaß und was will ich bewirken?

Ich war einfach sprachlos.
Wie kann ein Mensch so genau wissen wofür er da ist? Wie kann er dabei bis in die kleinste Faser glaubwürdig und unerschütterlich sicher sein? Meiner arme Freundin, die ich damals genötigt hatte mit mir das Konzert zu besuchen, ging es genauso. Nur, dass ich den ganzen Nachhauseweg nicht mehr zur Ruhe kann und ihr wahrlich ein Ohr abgekaut habe. Keine Sorge – das Ohr ist noch dran und sie mag mich zum Glück immer noch. Mittlerweile besucht auch sie seine Konzerte wirklich gerne. Er ist ein Poet und mittlerweile ein Sprecher für eine neue Generation kritischer Innovatorinnen. Er füllt ganze Stadien, ist unglaublich erfolgreich und für mich war er ein Schlüssel, mich noch mehr mit den Themen Identität, Positionierung, Marke und deren Schärfung zu befassen. Themen, die für mich so selbstverständlich sind. Heute weiß ich warum.

Ken Robinson hat das mal sehr nett beschrieben:

„Two young fish are swimming down a river and an older fish swims past them in the opposite direction. He says, “Good morning, boys. How’s the water?” They smile at him and swim on. Further up the river, one of the young fish turns to the other and says, „What is water?“

Ich bin in meinem Element. Ich bin da, wo ich gerade sein will, aber ich bin noch lange nicht fertig.

Wie ist das bei Dir? Was ist Dein Wasser? Und schwimmst Du schon drin?

Hast du den Wunsch, etwas zu bewegen und mit Deinen Talenten Erfolg zu haben, gibt es nur eines: Befass Dich damit ehe es jemand anderer für Dich übernimmt und Dich in eine Schublade steckt. Das kommt wirklich oft vor und ist nicht immer vorteilhaft.

Wir Menschen neigen dazu, andere in Schubladen zu packen. In Millisekunden fällen wir ein Urteil auf Basis vieler Erfahrungen und unserer Erziehung. Manchmal wird man nach dem Äußerlichen beurteilt, manchmal nach dem, was im Lebenslauf oder im Online-Profil steht, an der Kleidung, am Verhalten oder an dem was man sagt.

Wenn es um das Produkte, Dienstleistungen und oder auch um einen neuen Job geht, beschäftigen sich Entscheiderinnen nur sehr selten lange genug mit einer Person, um sie mit all ihren Facetten zu verstehen und sie in allen vorhanden Talenten zu erkennen. Deshalb liegt es an Dir zu zeigen, wofür Dein Herz schlägt, was Dir wichtig ist, was Du kannst und was Du damit bewirkst. Das ist Chefsache – Deine Chefsache.

Marke und Profilschärfe betreffen nicht nur Unternehmen. Sie betreffen uns alle, wenn wir vorhaben, erfolgreiches Marketing zu betreiben und zu zeigen, was wir sind, was uns unverwechselbar macht und welche Lösungen wir zu bieten haben. Pack es an.

*Da die Weltherrschaft nach wie vor komplett ungleichmäßig verteilt ist, verwende ich neben der geschlechterneutralen ausschließlich die weibliche Form. Das ist mein Beitrag, bis die Gleichheit aller Menschen nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell gewährleistet ist.

 

DIE ZEIT DER ANPASSUNG IST VORBEI.

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